Wie du den inneren Gegner besiegst

Jahrzehntelanges Training. Der Schwarzgurt – schon ganz abgenutzt. Ehrenamtlich im Verein tätig, so viele Schüler ausgebildet… Und dennoch kommen bei ihm hin und wieder diese fiesen Gedanken:

– „Dem hätte ich am liebsten eine verpasst!“

Wieder kommt die Wut hoch, der Neid, der Ekel…

– „Schon wieder diese Dämonen!“ sagt er sich, „So lange bin ich nun dabei sie zu bekämpfen und sie kommen trotzdem immer und immer wieder!“

– „Was mache ich bloß falsch? Reicht es denn nicht vor dem Training zu meditieren und währenddessen die angestaute Wut beim Kihon, durch den Kiai oder am Boxsack raus zu lassen? Reicht es nicht bei jedem unartigen Gedanken mit einem logischen Gegenargument zu kommen?“

Einleitung

Diese Situation ist kein bestimmter Einzelfall, sondern eine Parallele zu dem, was viele Menschen, nicht nur in der Welt der Kampfkünste, durchmachen.

Der Artikel ist für alle, die meinen, sie hätten Schwächen an ihrem Charakter/ihrer Person und versuchen diese auszumerzen; Menschen, die nie gut genug sind, es aber sein möchten; Menschen, die keinen Zugang zu ihren Emotionen haben… Das Thema geht weit über die Grenzen der Kampfkünste hinaus, doch weil es ein Kampfkunst-Blog ist, werde ich natürlich auch dazu eine Verbindung aufstellen.

Es kann sein, dass ich in diesem Artikel sehr weit ausschweife (actually, I am all over the place here ^^‘) und emotional werde. Das liegt daran, dass alle erwähnten Erscheinungen und Ideen miteinander verknüpft sind. Zumindest habe ich es so erlebt. Auch liegt mir dieses Thema ganz besonders nah am Herzen, also entschuldige, wenn ich dir scheinbar das Blaue vom Himmel verspreche, aber für mir war das wirklich so.

Inspiriert wurde der Beitrag durch eine Diskussion in einer Facebook-Gruppe. Darin ging es um die individuellen Ziele des Karate und nachdem „Selbstverteidigung“, „Spaß“ und „Fitness“ bereits genannt wurden, meinte ein Nutzer „und was ist mit dem inneren Gegner?“. Und obwohl außer mir keiner auf die Frage antwortete, war mir klar, dass ich darüber schreiben muss, denn die Vorstellung davon, dass  Kampfkünste angeblich automatisch tugendhafte Menschen produzieren sollen, ist älter als die Kampfkünste selbst. Und sie sind falsch.

Der Kunshi-Irrtum

Viele Karateka, die sich ein bisschen mit der Geschichte von Karate beschäftigen, wissen, dass Karate dessen Wurzeln und Einflüsse nicht nur in den chinesischen Kampfkünsten fand, sondern auch in der bereits auf Okinawa bestehenden Kampfkunst Tegumi (eine Art Wrestling), dessen Ableitung Te, sowie in der japanischen Schwertkunst der Richtung Jigen-ryu. Diese wurde hauptsächlich von den Shimazu-Samurai ausgeübt, die Okinawa (damals noch Ryûkyû-Königreich) 1609 annektierten.

Laut einigen historischen Überlieferungen hatte der legendäre Matsumura Sokon Jigen-ryu gelernt, so wie auch einer von Gichin Funakoshis einflussreichsten Lehrer – Asato Anko. Henning Wittwer beschäftigt sich in einem Kapitel seines Buches Shotokan: überlieferte Texte ~ historische Untersuchungen ausführlich mit dem Einfluss des Jigen-ryu aufs Karate. Darin wird in einem kurzen Abschnitt erwähnt, dass es im Jigen-ryu fünf Stufen der Meisterschaft gibt (ähnlich der Dan-Ordnung, die wir heute kennen), wobei die fünfte Stufe einer eher spirituellen Natur sein soll und „Kunshi“ heißt, was übertragen so viel bedeutet wie „die Stufe des vollkommen tugendhaften Menschen“ (vgl. Wittwer: 104). Man darf also annehmen, dass mit einer gewissen Stufe der Meisterschaft einer Kampfkunst schon vor einigen Jahrhunderten ein weit entwickelter Charakter einher ging. Ähnlich kennt man es auch aus vielen romantischen Präsentationen alter Kampfkunst-Meister in den Medien, welche bestimmt auch aus diesen alten Ideen her rührten.

Die Vorstellung ist an sich nicht ganz verkehrt, wenn man bedenkt, dass das Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer, die Schule, die Kunst, die Lehre und die damit verbundenen Werte zu jener Zeit möglicherweise viel mehr geschätzt wurden, als heute (ob die Leute diese Werte auch wirklich lebten, werden wir wohl nie herausfinden können). Damals war das wirklich wichtig. Ein guter Lehrer konnte es sich wahrscheinlich nicht erlauben einem Schüler den Meistertitel zu verleihen, wenn dieser charakterlich ein Wrack war (egoistisch, wütend, hinterhältig, etc.). Da war es vielleicht natürlich, dass ein zukünftiger Meister zuerst die entsprechende charakterliche Stärke dazu haben müsste, aber heute ist das leider nicht mehr so. Nicht mit unserer Gesellschaft, unserem Zeitgeist und definitiv nicht mit der Schwarzgurt-Inflation. Also vergiss es, die Idee ist tot! Es lebe eine neue Idee…

Im Prinzip wurde das Thema bereits sehr schön von Iain Abernethy in einer seiner Podcast-Episoden beleuchtet, doch ich möchte da noch etwas mehr in die Tiefe gehen.

Ursprung des inneren Gegners

Was ist nun mit dem ‚inneren Gegner‘? Was ist das überhaupt und woher kommt diese Vorstellung? Um diese Fragen zu beantworten werde ich mich wieder an die Psychologie und die Geschichte der Menschheit wenden.

Der sogenannte innere Gegner steht für die eigenen Dämonen, mit den viele Menschen glauben kämpfen zu müssen. Dazu gehören solche Dinge wie: Wut, Neid, Eifersucht, Lust (Sexualtrieb, Fetische etc.), Geiz uvm. Kurz zusammengefasst – Die „Sieben Todsünden“. Früher hat man die Schuld gerne dem Teufel und den Dämonen gegeben, um sich der Verantwortung über das eigene sowie fremde Leben zu entziehen. Es genügte einfach in die Kirche zu gehen, auf den Pfarrer zu hören, zu beichten, Tribut zu zahlen sowie die Lüste und Wünsche zu unterdrücken und schon war der Weg in den Himmel sicher. Doch genauso absurd wie das für den modernen Menschen klingen mag, glauben viele Kampfkünstler, dass es reicht Mitglied in einem Dojo zu sein, die eigene Praxis als Kunst zu betrachten, sich stets zu verbeugen, auf den Lehrer zu hören und jeden Tag zu üben, und genauso soll man dadurch charakterlich wachsen. Etwa nicht? Der Großteil der Praktizierenden, die ich auf Lehrgängen gesehen und mit den ich in Diskussionsforen gesprochen habe, machen es genau so – nur gibt es nicht jeder gerne zu. Genauso glauben viele ‚New-Age-Hippies‘, dass es durchaus reicht Yoga zu machen, Kristalle zu kaufen und bei jeder Begrüßung „Namaste“ zu sagen, um spirituell zu sein.

Und wie bin ich eigentlich bei den Religionen gelandet? Ob du es glaubst, oder nicht, aber obwohl wir in einer fortgeschrittenen, aufgeklärten Gesellschaft mit Smartphones und Hologrammen leben, tragen wir immer noch Überbleibsel vergangener Generationen in uns. Ja, unsere Handlungen und Trigger (sehr individuelle Dinge/Worte/Situationen, die uns emotional aufwühlen) haben immer noch puritanistische Wurzeln. Wie soll man denn noch logisch erklären, dass jeder 12-16 Jähriger heutzutage brutale Filme schauen darf, aber bei einer nackten Brustwarze der Frau (jedoch nicht der eines Mannes!) das Geschrei groß ist? Das ist nichts anderes als der Puritanismus des 16. Jahrhunderts, der nach wie vor in unserem Verhalten, vermutlich sogar auf der genetischen Ebene, vorhanden ist. Ein weiteres Produkt von Erziehung, die ihre Wurzeln u.a. in radikal religiösen Vorstellungen hat, ist Homophobie. Dass die Gleichgeschlechtliche Ehe in Deutschland erst seit Oktober 2017 legal ist und bis heute diskutiert wird, ist wie ein schlechter Witz.

Genauso wie diesen Puritanismus tragen wir die damit verbundenen, veralteten und falschen Vorstellungen in uns mit, wie z.B. dass man Gott fürchten, sich seines Körpers schämen sowie Zorn oder Lust unterdrücken sollte. Viele von uns wissen heutzutage, dass man das nicht tun sollte, tun es aber dennoch ohne es zu merken. Grund dafür sind u.a. ein Mangel an Achtsamkeit für das eigene Befinden sowie Erfahrung im Umgang mit Emotionen, die vielen von uns in der Kindheit nicht beigebracht wurde.

Die Scham ist in Wirklichkeit die Angst davor nicht dazu zu gehören.

 

„Der innere Gegner“ ist eine Vorstellung, die auf einem falschen Umgang mit den eigenen Emotionen und seiner Selbst beruht. Sie steht stellvertretend für die Nichtakzeptanz von sich selbst.

Wer sich selbst nicht akzeptieren kann, wird mit großer Wahrscheinlichkeit ein Leben voller Unglück, Depressionen, Drogensucht (z.B. Alkohol) und Streit führen. Es kann sein, dass solche Menschen nach außen hin sehr „erfolgreich“ sind, z.B. als Chefs von Großkonzernen, aber glücklich werden sie auch dann nicht sein, wenn ihnen der ganze Planet gehört.

Selbstakzeptanz

Aber was bedeutet es überhaupt sich selbst zu akzeptieren? Man liest es immer wieder und glaubt es zu tun, doch irgendwie ist man dennoch nicht zufrieden mit sich selbst. Für mich hat es viele Jahre gedauert und verschiedene Methoden benötigt (unterschiedliche Formen der Meditation, radikale Selbstreflexion, Ayahuasca…), bis ich verstand was Selbstakzeptanz wirklich ist.

Hier mal ein Beispiel aus meinem Leben:
Vor einigen Jahren schaute ich mir das Fotoalbum mit all meinen Baby- und Kinderfotos an. Auffallend war, dass ich vor dem Kindergarten ein sehr fröhliches Kind war, das viel lachte und herum alberte. Bei dem ersten Gruppenfoto im Kindergarten saß ich jedoch mit einem depressiv-ausdruckslosen Gesicht da, welches niemals bei einem Kind zu sehen sein sollte. Und soweit ich mich erinnerte, ist der Kindergarten bei mir fast ausschließlich mit schlechten Erinnerungen verbunden. Ich war ein albernes und sehr aktives Kind, mit viel Energie, doch das passte den Betreuerinnen nicht und ich wurde von ihnen nicht nur getadelt, sondern sogar geschlagen (bis ich es meinen Eltern erzählte und sie einen Aufstand machten). Der Kindergarten war also ständig ein Ort der Angst und Unterdrückung für mich. Ich lernte, dass das albern, lebendig und damit fröhlich sein mit Strafe verbunden war. Das änderte sich nicht mit dem Eintritt in die Schule und noch nicht einmal nachdem meine Familie nach Deutschland migrierte. Also lernte ich meine albernen Aspekte zu unterdrücken und ich wusste es nicht ein mal, da es unbewusst geschah. Die Folge war, dass ich anfing mich und alles auf der Welt zu ernst zu nehmen.

Die Nachrichten im Fernsehen waren wichtig; jede Meinung war wichtig; ich war wichtig.

Ich lief wie mit einem Stock im Arsch durch das Leben, lachte wenig und konnte mir keine Witze merken. Obwohl ich mich seit meinem 16. Lebensjahr mit Meditation beschäftige, wurde es mir erst Anfang 2017 bewusst und verinnerlicht. Seitdem legte sich eine Art Schalter in mir um: Ich wurde wieder albern und ich genoss es, denn es fühlte sich so befreiend an! Jetzt, mit 30 Jahren, kann ich wieder locker sein, wieder los lassen und wenn der ein oder andere Witz daneben ist, oder missverstanden wird, ist es mir egal, solange ich selber darüber und über mich lachen kann. Das ist Selbstakzeptanz.

Ich hatte Glück, weil meine Lebensumstände mich dazu gezwungen hatten mich mit mir und meinen Emotionen zu beschäftigen und Achtsamkeit zu entwickeln. Wenn wir aber Aspekte unserer Selbst nicht akzeptieren, verbannen wir diese in unser Unbewusstes (aka. das Unterbewusstsein), wo sie zum Ego-Schatten werden (vgl. C.G. Jung), uns manipulieren und unser Leben miserabel machen. Das macht sich z.B. dann bemerkbar in Fällen, wenn wir überaus emotional auf irgendwelche Kleinigkeiten (in Bezug auf den Lebenspartner, das Kind, den Vorgesetzten, die Eltern…) reagieren und unser Leben damit verbauen.

Aus Animes lernen?

(Wen das Thema Manga/Anime überhaupt nicht interessiert, der kann gleich zum Fazit dieses Unterkapitels springen.)

Wer mir auf Facebook und Instagram folgt, weiß vielleicht schon, dass ich ein großer Freund von Mangas und Animes bin.

„Was? Zeichentrickfilme? Was hat das denn nun damit zu tun?“

Die Sache ist, dass Animes nicht nur gezeichnete Formen der Unterhaltung sind, sondern auch generell der Informationsweitergabe. Sie können also auch sehr tiefsinnig und philosophisch sein, wie jeder andere Film und jedes Buch. Es gibt Animes für jedes Geschlecht, jede Altersklasse, jede Lebenssituation (Schüler, Arbeitsloser, alleinerziehendes Elternteil…) und jede Interessengruppe (Schwimmer, Schachspieler, Kampfkünstler…). Und ja, natürlich gibt es auch Animes, die stumpfe Action und (halb)nackte Frauen zeigen, aber das haben wir auch in der üblichen Filmindustrie mit solchen Blockbustern wie Transformers, der Fast & Furious-Reihe etc. Aber um solche geht es mir hier nicht.

Interessant wird es für mich, wenn Animes mehrere Genres vermischen, über einen langen Zeitraum die Entwicklung eines oder mehrerer Charaktere darstellen und tiefsinnige Botschaften beinhalten. Eins solcher Animes ist Naruto. Man kann Naruto nun oberflächlich als einen rein stumpfen Action-Anime für pubertierende Jungs sehen, genauso wie man South Park als Toilettenhumor-Zeichentrickfilm betrachtet und die versteckte gesellschaftlich-kulturelle Kritik darin übersieht, oder man blickt hinter die Fassade. Durch meine Auseinandersetzung mit Psychologie, Spiritualität und verschiedenen Philosophien habe ich sehr viele interessante Parallelen finden können. Eins meiner Lieblingsbeispiele, wenn es mir darum geht die Tiefe dieses Animes zu veranschaulichen, zeigt Narutos imaginären Kampf gegen sich selbst. Hier kommen wir wieder zum eigentlichen Thema zurück.

*Spoiler*

In diesem Abschnitt der Geschichte (Manga Kapitel #493, Anime Folge #243) muss Naruto lernen die in ihm schlummernden Kräfte, die er zur Hälfte von seinem Vater erhalten hat, zu kontrollieren. Mit diesen Kräften ist eine gewisse Aggression verbunden, die von seiner einsamen Kindheit (ohne Eltern aufgewachsen, irrtümlicherweise von allen verachtet…) nur weiter genährt wurde. Bereits davor machte er hin und wieder Gebrauch von einem Teil dieser Kraft, um gegen besonders starke Gegner zu bestehen, doch dabei lief er Gefahr die Kontrolle über seine Aggression zu verlieren und im Prozess seine Freunde zu verletzen. Na, kann jemand schon gewisse Parallelen erkennen?

In dem genannten Abschnitt muss Naruto sich meditierend vor einem Wasserfall setzen, um sein „wahres ich“ zu sehen. Vor seinem inneren Auge tritt dann aus dem Wasserfall eine Kopie von ihm, allerdings mit dunklen Augen, und konfrontiert ihn mit unangenehmen, aber verdrängten Gedanken und Gefühlen wie z.B. der Tatsache, dass er von allen verachtet wurde, als er jung und schwach war, doch als er stark wurde und sein Dorf mehrmals beschützte, wurde er als Held gefeiert. Dieselben Leute, die ihn früher verabscheut hatten, wollten dann plötzlich sein Autogramm haben und taten so, als hätte es davor nichts gegeben. Doch er hatte das mit seiner Vergangenheit verbundene Misstrauen und die angestaute Wut immer noch mit sich getragen.
Zwischen den beiden Narutos kommt es zum Kampf, doch egal welche Technik er auch verwendet, egal wie stark er ist- seine Kopie antwortet ihm immer mit der gleichen Kraft, sodass er mehrere Anläufe braucht und letztendlich versteht, dass er nicht ewig gegen sich und diese Gedanken kämpfen kann. Er überrascht seine dunkle Seite, indem er sie umarmt und ihr für die Kraft dankt, die sie ihm gab, als er sie zum Überleben brauchte, doch die Zeit sei nun gekommen, um altes los zu lassen und sich weiter zu entwickeln. Daraufhin löste sich die negative Seite von ihm (also seine angestaute Wut) auf.

Fazit: Wer nur gegen sich kämpft, gegen Gedanken „die man als braver Junge/braves Mädchen/Christ/Kampfkünstler/Spiritueller nicht denken sollte“ und gegen unangenehme und unerwünschte Emotionen (Wut, Neid, Eifersucht, Trauer…), wird am Ende immer verlieren. Man muss diese Seiten seiner Selbst zuerst verstehen und dann sie mit Dankbarkeit akzeptieren, lernen zu lieben und als das betrachten was sie sind: Überlebensmechanismen. Und dann kann man daraus eine Stärke machen.

„Wer gegen sich selbst kämpft, wird am Ende immer verlieren“

Masken

Sowohl als Männer und Frauen, aber auch als Vertreter bestimmter Ethnien oder Professionalisierungsbereiche, fühlen wir uns oft in eine Rolle gedrängt und gezwungen diese so gut wie möglich zu spielen, um ja nicht aus der Gesellschaft heraus zu fallen:

  • Frauen müssen liebevoll und hübsch sein, sie sollten gute Mütter abgeben…
  • Männer müssen stark sein, dürfen nicht weinen, sollten einen guten Job besitzen und alleine die Familie unterhalten können…
  • (selbst heute sind diese Geschlechterrollen noch sehr stark vertreten!)
  • Karateka/Kampfkünstler müssen respektvoll und geduldig sein, sie müssen immer ruhig bleiben und stets die richtige Antwort auf jede Konfliktsituation haben

Kinder werden auf Leistung getrimmt mit unrealistischen Zielsetzungen und damit einem ständigem Gefühl der Unzulänglichkeit. Auf die Plätze, Fertig, LOS!

Außerdem werden Kinder von klein an darauf trainiert, dass man nur etwas Wert ist, wenn man das tut, was von einem verlangt wird. Eigene Wünsche und Besonderheiten bleiben dabei zugunsten der Normalität auf der Strecke. Man wird so sehr in diesen Sumpf hinein gezogen, dass man beginnt das alles selber zu glauben und als Erwachsener glaubt man damit glücklich zu sein. Das ist eine Schutzreaktion der tieferen Bewusstseinsschichten, die den seelischen Schmerz erträglicher macht. Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass Depression eine mögliche Form der Symptome dieses Phänomens ist. Depressionen werden zu einem immer häufigeren Problem in unserer Gesellschaft u.a. weil wir stets die falschen Methoden wählen, um mit diesem Schmerz umzugehen: Verleugnung und Verstummung durch Medikamente, oder den übermäßigen Konsum von Alkohol, Essen, Sex und anderen Drogen.

Sofern man sich dieser Gesellschaftsdynamik und der sehr früh anerzogenen Verhaltensmuster nicht bewusst wird, UND solange man nichts tut, um dies in Bezug auf sich zu ändern, wird man immer Opfer dieser Masken sein. Man wird immer das Gefühl haben sich fügen zu müssen und sich damit in der eigenen Haut nie wohl genug fühlen. Alles, was nicht der Norm entspricht, wird verteufelt und gerade von sich selbst aufs härteste verachtet – zu einem inneren Dämon gemacht.

Die Selbstkritik wurde zu einer Tugend erhoben, dabei ist es das schädlichste, selbstzerstörendste Verhalten und einer der Hauptgründe für die vielen Probleme auf dieser Welt. Wer mit sich selbst nicht zufrieden ist, wird diese Unzufriedenheit mit großer Wahrscheinlichkeit auf andere projizieren und damit sind Konflikte (Eltern, Partner, Kinder, Kollegen, weitere Mitmenschen und sogar auf internationaler Ebene) vorprogrammiert. Es ist nämlich sehr viel angenehmer sich von der Unzufriedenheit mit sich selbst auf andere abzulenken und über diese zu meckern.

„Um uns selbst positiv zu sehen, blähen wir unser Ego auf und setzen andere herab, damit wir uns im Vergleich zu ihnen besser fühlen können. Aber diese Strategie hat ihren Preis – sie hindert uns daran, unser volles Potenzial im Leben zu verwirklichen.“ (Neff: 14)

Ein Mensch, der gelernt hat sich selbst zu akzeptieren und achtsam durch das Leben geht, hat so etwas nicht mehr nötig und muss auch keine Masken mehr tragen.

„Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine zutiefst kranke Gesellschaft zu sein.“

– Jiddu Kishnamurti

Zur Zeit lese ich das Buch The Mask of Masculinity und finde es sehr gut. Als ich einer Bekannten darüber berichtete, erzählte sie mir, welche Masken Frauen u.a. tragen müssen und sich davon unterdrückt fühlen… Wir sitzen alle im gleichen Boot. Aber ich kann dir nicht helfen deine Maske abzulegen, denn das musst du selber tun. Wie? Achtsamkeit und Selbstliebe wären ein sehr guter Anfang.

Selbstkritik vs. Selbstliebe und Selbstmitgefühl

Wie bereits weiter oben geschrieben, wird Selbstkritik uns schon von ganz klein an als die Tugend beigebracht, mit deren Hilfe wir „besser“ werden sollen. Liegt es daran, dass es eine effektive Methode ist, die zu guten Ergebnissen führt? Natürlich nicht. Der einzige Grund dafür ist – so banal das auch klingen mag – dass unsere Eltern es genauso von ihren Eltern beigebracht bekamen und nichts besseres kannten. Aber es gibt mehr als genug bessere, effektivere und gesündere Methoden, um in dieser Welt klar zu kommen.

Selbstkritik wird fast nie im vollen Maße bewusst wahrgenommen. Ihr Ausdruck kann variieren zwischen „Verdammt, ich bin so ein Idiot, wie konnte ich nur diesen Fehler machen?!“ oder „Ich bin doch eh nichts wert, warum soll jemand etwas von mir wollen?“ bis hin zu „ich bin ein recht liebevoller Mensch, auch wenn ich noch Ecken und Kanten an mir habe, an den ich noch arbeiten muss.“

Ja, tatsächlich steckt auch im letzten Beispiel Selbstkritik drin, jedoch versteckt, ganz dezent, sodass man es selbst nicht bemerkt, und dennoch ist auch sie ungesund. Nicht im selben Maße, wie in den ersten zwei Beispielen, aber ausreichend, um eine Person an kompletter Selbstakzeptanz zu hindern.

Korrekt sollte es beispielsweise heißen: „Ich mache auch Fehler – alle Menschen machen Fehler. Manchmal verletze ich andere Menschen durch meine Aussagen, aber ich meine es wirklich nicht böse und gebe mein bestes, um jede Situation friedlich zu lösen. Generell bin ich ein wirklich guter Mensch, der anderen gutes wünscht. Ich bin nicht perfekt, aber das ist auch OK so. Ich mag mich wie ich bin.“

Bis man so weit ist, dauert es evtl. Jahre aktiver Arbeit, manchmal das ganze Leben und manche Menschen schaffen es leider nie sich komplett zu akzeptieren. Aber das muss man zum Glück auch nicht. Selbst mit etwas mehr Selbstakzeptanz und mit geringeren Levels an Selbstkritik, kann man ein dezentes Leben führen, wenn auch nie ganz frei sein. Das ist aber immer noch besser, als das, was sich einem bietet, wenn man gar nichts tut.

Kultur, Wettbewerb und Perfektionismus

Selbstkritik als Tugend hängt, laut wissenschaftlichen Untersuchungen, stark mit dem kulturellen Background zusammen. So hat man herausgefunden, dass in Taiwan, das nach wie vor stark vom Konfuzianismus geprägt ist, Selbstkritik sehr prävalent ist. Im eher buddhistisch geprägten Thailand ist sie wiederum nicht so stark. Die USA befindet sich irgendwo dazwischen (vgl. Neff: 44f.).

In den USA werden kleine Jungen schon ganz früh darauf getrimmt, dass es ‚männlich‘ sein soll gut und erfolgreich in gewalttätigen und für die eigene Gesundheit gefährlichen Sportarten zu sein.

Auch hat Selbstkritik etwas mit Perfektionismus und einer Wettbewerbsgesellschaft zu tun. Ich sage nicht, dass jeglicher Wettbewerb schlecht ist. Manchmal zeige auch ich eine bessere Leistung, wenn ein Freund in einem Spiel einen würdigen Rivalen abgibt, an dem ich mich messen kann. Der Wettbewerb kann dazu führen, dass wir bessere Leistungen schneller erzielen. Doch nur wenn man es wirklich will, wenn es einen nicht krank macht, wenn es spielend und mit Spaß geschieht, ist das eine gute Sache. Meistens ist das aber leider nicht der Fall.

Perfektionismus hingegen ist eine Krankheit. Man kann auch das als etwas „gutes“ betrachten, wie bei einer leichten Depression, die einen auf ein unbehandeltes Problem hinweist. Aber letztendlich ist es etwas, das geheilt werden sollte. Man darf nicht lernen mit Perfektionismus zu leben. Das sage ich aus Erfahrung, denn auch ich war ein nahezu pathologischer Perfektionist. Einigen wir uns einfach darauf, dass es nicht gesund ist, OK?

Alles, was ich bisher aufgezählt habe – Masken/Rollen, Erwartungen, Selbstkritik, Wettbewerb etc. – hängt zusammen, so findet man auch Perfektionismus in jedem dieser Bereiche und genauso kann man all das auch im Karate oder jeder anderen Tätigkeit erkennen. Im Karate gibt es z.B. diese Idee, dass man eine Kata „perfekt“ ausführen sollte, ohne Fehler, knackig, schnell, „schön“ – ich spreche von Kata-Wettbewerb. Der Kata-Wettbewerb stellt aus vielen Gründen ein Problem für die Wahrnehmung des Karate in der Öffentlichkeit und bei den Übenden dar, denn dadurch werden falsche Werte vermittelt, popularisiert und zur Norm gemacht. Perfektionismus ist einer davon; das Wertlegen auf die äußere Erscheinung ein anderer. Bevor das Ganze aber zu einem Artikel im Artikel wird, fasse ich mich kurz: Der Kata-Wettbewerb begünstigt krankhafte Erscheinungen unserer Minderwertigkeitskomplexe und nährt diese, anstatt sie zu beseitigen.

Die Lösung

Wie beseitigt man diese? Ich hatte bereits gesagt: Durch Selbstliebe und Achtsamkeit. Achtsamkeit kann im Training z.B. durch achtsame Bewegungen gestärkt werden. Nicht schnellere, stärkere oder „schönere“ Bewegungen. Das kommt später. Man kann auch eine schnelle und starke Bewegung achtsam ausführen, doch sollte man zuerst langsam beginnen.

Durch achtsame Bewegungen lernt man den eigenen Körper besser zu fühlen, was, ähnlich wie in der Vipassana-Meditation, zu einer besseren Körper- und Geisteswahrnehmung führt. Emotionen hängen mit physischen Empfindungen zusammen. Körper und Geist sind eins – das ist nicht einfach nur ein alter Spruch. Und achtsame Bewegung kann man nicht nur durch Yoga oder Qi Gong, sondern auch im Karate stärken. Dafür sollte man immer mehr nach innen gehen und fühlen, und immer weniger darauf achten, wie etwas aussieht, oder was andere darüber denken könnten. Wenn du diese Praxis durch andere Praktiken wie z.B. Meditation, Tanz etc. ergänzt, umso besser!

Hier ein Rezept dazu, wie der eigene Charakter mit Hilfe von Kampfkunst WIRKLICH gestärkt werden kann! Erprobt und bestätigt 😉

Ich werde dir nicht alle möglichen Methoden und Situationen aufzählen, die mir geholfen haben, denn davon gibt es wirklich sehr viele und sie sind alle sehr individuell (wenn du es dennoch wissen möchtest, kannst du mir gerne mailen). Es gibt aber eine universelle Praxis, einen gemeinsamen Nenner, der für alle Menschen gut ist: Achtsamkeit. Nur dadurch wirst du überhaupt bemerken, dass du womöglich in Fesseln liegst. Nur dadurch wirst du den Schmerz in dir wahrnehmen können. Diese innere Stimme, die Intuition, die dir sagt „Tue was! Suche! Gib nicht auf!“, wird deutlicher gehört und verleiht dir Kraft.

Was hat man davon?

Hier ist eine Auflistung mehrerer Vorteile, die sich durch ein achtsames Training und eine liebevolle Arbeit mit sich ergeben:

  • Die Kampftechnik wird viel genauer und effektiver, da man die feinsten Details spürt und intuitiv weiß was wie richtig funktioniert.
  • Die Empfindungen und Emotionen werden deutlich besser wahrgenommen und verstanden.
  • Man beginnt die volle Palette seiner Emotionen zu fühlen, also nicht nur Trauer und Wut, sondern auch echte Freude, sodass man vor Glück und Freude weinen könnte (und es auch tut) – wann hast du das letzte Mal so etwas erfahren? Schreibe in den Kommentaren!
  • Man verschwendet keine Kraft mehr damit die unerwünschten Emotionen und Gedanken zu unterdrücken.
  • Dadurch kommen Körper und Geist wirklich ins Gleichgewicht.
  • Der Körper entspannt sich. Solche Erscheinungen wie der „Muskelpanzer“ (vgl. Wilhelm Reich) kommen nicht zustande. Man geht lockerer durchs Leben.
  • Man wird unabhängiger von Menschen und Hilfsmitteln (Medikamente, Drogen, Alkohol, Sex…)
  • Man lernt andere Menschen wirklich zu lieben, anstatt seine Ideale und unerwünschten Seiten auf sie zu projizieren.

Klingt unrealistisch? Hey, ich schildere hier nur meine eigene Erfahrung, die von ähnlichen Erfahrungen anderer Menschen, deren Bücher ich gelesen habe, gestützt wird. Natürlich gehört da viel Arbeit dazu und vor allem viel Mut, denn das Leben ändert sich. Alte Gewohnheiten machen keinen Spaß mehr, nicht mehr funktionierende Ideen werden losgelassen – für viele Menschen, die sich zu sehr mit ihrem Ego (ihren Rollen) überidentifizieren, erscheint das zunächst fürchterlich. Aber es ist etwas wundervolles. Bei mir begann es mit einer achtsamen Herangehensweise an die Kampfkunst und Bewegung allgemein, mit Meditation und den Lebensumständen, die mir keine andere Wahl ließen. Heute bin ich dankbar für all den Schmerz, denn er führte mich dahin, wo ich heute bin. Ich wünsche dir mit ganzem Herzen, dass auch du aus allen Situationen etwas lernen kannst. Indem du die bereits in dir schlummernde Kraft und Liebe entdeckst (sie sind da, glaub mir), wirst du deinen Charakter stärken und ein besseres Leben führen können.

Darstellung eines achtsamen Trainings. Auch wenn offensichtlich ist, dass eine weiße Hose nicht die beste Wahl bei nassem Sand ist und dieser Mann keinen einzigen Schritt gemacht hat… aber ich fand das Foto hübsch! ^^

 

Ich hoffe, dass ich dir hier einige neue Einsichten und praktische Tipps bieten konnte. Verzeihe mir, wenn der Artikel stark abgekürzt und wie ein Flickenteppich wirkt (ein bisschen hiervon, ein bisschen davon), aber das Thema ist einfach zu kompliziert, um es hier ausführlich zu beleuchten. Ich werde nun jedoch mehr solche Artikel schreiben. Natürlich bleibt es ein Kampfkunstblog und ich werde auch über Technik, Kata, Selbstverteidigung und Karategeschichte schreiben, aber das hier soll mein eigentlicher Fokus werden, denn es fühlt sich für mich wie eine Berufung an.

 



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5 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Philipp,

    Du hast es mir erlaubt, Deine Gedanken zum “ schwarzen Gürtel “ oder den Rangstufen in den Kampfsport-Arten zu lesen.
    Ich stimme Dir in vielen Punkten bei.
    Da ich schon längere Zeit Kampfsport übe, habe ich die tollsten Sachen erlebt.

    Im DJKB werden die Prüfungen für den schwarzen Gürtel von Ochi-Shihan persönlich abgenommen.
    Im DKV werden plötzlich viele zum 9. Dan ernannt. Ob das richtig ist, sollte eigentlich nur einen 9. Dan geben, für eine Stilrichtung.
    Dann gibt es Leute, die schimpfen über diese Budo-Hierarchie und lassen sich von einem anderen Meister einen hohen Dan-Grad verleihen, der keinem Verband mehr angehört.
    Sich aber genau auf einen Verband beziehen, der für die Gürtelvergabe verantwortlich war.

    Der schwarze Gürtel sollte ein Zeichen sein, ich beherrsche ein bestimmtes Programm.
    Ob der “ schwarze Gürtel “ mehr ist?
    Ich suche mir einen Lehrgang nicht danach aus, welchen Gürtel ein bestimmter Lehrer trägt.
    Sondern wie Teilnehmer/innen seinen Unterrichten beurteilen.
    Kann ich viel für mich mitnehmen.
    Karate ist für mich ein Lebensweg, der schwarze Gürtel nur der äußerliche Hinweis, der Trainer hat eine bestimmte Ausbildung in einem Verband.

    Hoffe, ich habe mich klar ausgedrückt.

    1. Hallo Gerhard,
      dass im DJKB nur Ochi die Prüfungen abnehmen darf, ist eigentlich auch kein Argument, das für den Verband spricht. Meine erste, im Artikel über den Schwarzgurt erwähnte, Prüfung war bei Ochi und sie war enttäuschend. Ich lasse mich lieber von jemanden prüfen, der einen gewissen Anspruch setzt und nicht jeden bestehen lässt. Während im DKV viele schlechten Prüfer sind, ist es im DJKB nur einer. Macht die Sache auch nicht wirklich besser.
      Ochi ist wahrscheinlich ein sehr netter Mensch, seine lächelnden Augen sind sehr sympathisch und er kann auf viel Erfahrung zurück blicken… aber ich glaube, dass er hier selber als Maskottchen vom Verband benutzt wird. Das ist etwas, was ich auch schon von anderen Lehrern gehört habe. Das soll hier bitte nicht als persönlicher Angriff gegen ihn, oder irgendwelche Funktionäre gewertet werden. Ich versuche nur die Sache pragmatisch zu betrachten.

      1. Hallo Philipp

        nur als Hinweis, ich bin noch immer im DKV. Aber meine Gedanken zu Prüfungen bei Ochi beziehen sich auf den Artikel im DJKB Magazin Nr. 02/2015.
        Dort findest Du auf Seite 8 – dritte Spalte – folgende Sätze:
        Obwohl Ochi für sich selbst einen hohen Maßstab anlegt, übt er große Nachsicht, was die Anforderungen an seine Schüler betrifft und lässt bei Prüfungen die meisten von ihnen bestehen.

        Was ist daran falsch?
        Einer meiner Trainer, hatte schon sehr lange den 2. Dan in Karate, war als Chef-Trainer im Verein tätig, auch schon um die 60 Jahre alt. Stellte sich einer Prüfung im DKV und bestand die Prüfung für den 3. Dan Karate Shotokan nicht.
        Ich möchte behaupten, er war einer der ersten der bei uns mit Karate begonnen hatte, das technische Wissen hatte er auf jeden Fall.
        Später wurde ihm vom DKV für seine Verdienste um das Karate die Ehrennadel in Gold überreicht.
        Wäre der 3. Dan im Karate etwas anderes gewesen?

        Dann gibt es im DKV Shotokan Karate-ka die sich aufregen, weil sie die Prüfung für den 8. Dan Karate der Richtung Shotokan nicht bestehen obwohl sie öfters Lehrgänge im Shotokan- Karate geben.
        Die Prüfung für den 8. Dan Karate – auch im DKV – nur nicht im Shotokan -Karate bestanden haben.

        Der Begründer des Karate in Deutschland Jürgen Seydel, bekam 1987 anläßlich einer Feierstunde, 30 Jahre Karate in Hessen, den 5. Dan Karate verliehen. Darüber wird sich keiner Aufregen.

        Du hast Dich entschieden ,obwohl Du den schwarze Gürtel bei Ochi bestanden hast, bei einem anderen Karate-Meister Dich erneut einer Prüfung zum schwarzen Gürtel zu stellen.
        Du hast bestanden.

        Was sagt das aus?
        Du wolltest nach einer Prüfung bei Ochi -Shihan die nicht Deiner Erwartung entsprochen hat, Deine Kenntnisse im Karate von einem anderen Karate-Meister überprüfen lassen.

        Ich habe da meine persönlichen Ansichten zu den Gürtelgraden,
        müssen nicht allen anderen Karate-ka passen.
        Der schwarze Gürtel und die einzelnen Gürtelstufen geben einen Hinweis, entweder wurde der Gürtel verliehen oder eine Prüfung ablegt und bestimmte Grundlagen überprüft.

        Wie ich in einer Selbstverteidigungssituation zurecht komme oder bei einem „Wettkampf nach Regeln “ ,
        darüber gibt der Gürtel keine Auskunft.

        Karate üben wir mit Sportlern, wir verhalten uns nach den Regeln ,
        nehmen einen Schlag oder Tritt zurück, wenn wir dadurch einen Sport-Kameraden verletzen würden.

        Karate oder die anderen Kampfsport-Arten können uns auf die Selbstverteidigung vorbereiten,
        aber ich habe mich für Karate entschieden weil es mehr ist.
        Nur für eine Selbstverteidigung üben ist nicht mein Ding.
        Auch ein Soldat wird andere Ausbildung erhalten.

        Ab einem bestimmten Alter werden dir sehr deutlich die Grenzen gezeigt.
        Das ist meine ganz persönliche Meinung.

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